Pauschale Beihilfe für Beamte – einfach erklärt
Die pauschale Beihilfe ist eine Alternative zur klassischen Beihilfe für Beamte und verändert die Entscheidung zwischen PKV und GKV grundlegend. Sie beeinflusst direkt die Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung und hat langfristige Auswirkungen auf Kosten und Absicherung. Wer unsicher ist, kann hier kostenlos und unverbindlich prüfen lassen, welche Krankenversicherung zur eigenen Situation passt.
Auf dieser Seite erfährst du verständlich, was die pauschale Beihilfe ist, wie sie funktioniert und welche Krankenversicherungsmöglichkeiten Beamte damit haben.
Was ist die pauschale Beihilfe?
Die pauschale Beihilfe ist ein alternatives Beihilfemodell für Beamte. Anstelle der klassischen Beihilfe, bei der ein Teil der Krankheitskosten erstattet wird, zahlt der Dienstherr einen monatlichen Zuschuss zur Krankenversicherung.
Dieser Zuschuss orientiert sich in der Höhe am Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenversicherung. Beamte erhalten damit eine laufende finanzielle Beteiligung an ihren Krankenversicherungsbeiträgen.
Wichtig: Die pauschale Beihilfe ersetzt die klassische Beihilfe vollständig.
Unterschied zwischen klassischer und pauschaler Beihilfe
Bei der klassischen Beihilfe übernimmt der Dienstherr einen festen Prozentsatz der Krankheitskosten. Die restlichen Kosten werden über eine beihilfekonforme private Krankenversicherung abgesichert.
Bei der pauschalen Beihilfe entfällt dieses Prinzip. Statt einzelner Erstattungen erhält der Beamte einen monatlichen Zuschuss zum Versicherungsbeitrag – unabhängig davon, ob er gesetzlich oder privat versichert ist. Dieser Unterschied ist entscheidend für die Wahl der Krankenversicherung.
Wer die Unterschiede zwischen beiden Systemen besser einordnen möchte, findet hier einen PKV oder GKV für Beamte im direkten Vergleich.
Pauschale Beihilfe und gesetzliche Krankenversicherung
Viele Beamte entscheiden sich bei pauschaler Beihilfe für die gesetzliche Krankenversicherung. Der monatliche Zuschuss senkt die laufenden Beiträge, ähnlich wie bei Angestellten.
Dabei gilt:
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kein Beihilfeerstattungsverfahren
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solidarisches GKV-System
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Beiträge einkommensabhängig
Allerdings müssen Beamte beachten, dass die Entscheidung für die GKV langfristig bindend sein kann und spätere Wechsel eingeschränkt sind.
Pauschale Beihilfe und private Krankenversicherung
Weniger bekannt ist, dass Beamte mit pauschaler Beihilfe auch eine private Krankenversicherung wählen können. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um einen Beihilfetarif, sondern um einen Vollkostentarif.
Welche Unterschiede es zwischen Beihilfetarifen und Vollkostentarifen gibt, erklären wir im ausführlichen PKV-Ratgeber für Beamte.
Der Zuschuss des Dienstherrn wird dann auf den PKV-Beitrag angerechnet. Diese Variante kann sinnvoll sein, wenn Wert auf individuelle Leistungen gelegt wird.
Wichtig ist hier eine sehr genaue Prüfung, da Vollkostentarife anders kalkuliert sind als klassische Beamtentarife.
Vorteile der pauschalen Beihilfe
Mögliche Vorteile sind:
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einfacher Abrechnungsweg
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monatlicher Zuschuss statt Einzelabrechnungen
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bessere Planbarkeit der Beiträge
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Gleichstellung mit Angestellten in der GKV
Diese Punkte können je nach persönlicher Situation attraktiv sein.
Nachteile und Risiken der pauschalen Beihilfe
Die pauschale Beihilfe ist in vielen Fällen nicht rückgängig zu machen. Ein späterer Wechsel zurück in die klassische Beihilfe ist meist ausgeschlossen.
Weitere Nachteile:
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langfristige Bindung
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bei steigenden Einkommen höhere GKV-Beiträge
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Verlust der beihilfekonformen PKV-Option
Deshalb sollte die Entscheidung gut überlegt sein.
In welchen Bundesländern gibt es die pauschale Beihilfe?
Die pauschale Beihilfe wird nicht bundesweit einheitlich angeboten. Sie ist aktuell nur in bestimmten Bundesländern verfügbar und teilweise an Bedingungen geknüpft.
Beamte sollten sich vor einer Entscheidung unbedingt über die Regelungen ihres Dienstherrn informieren, da sich diese je nach Bundesland unterscheiden können.
Für wen kann die pauschale Beihilfe sinnvoll sein?
Die pauschale Beihilfe kann sinnvoll sein für Beamte,
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die dauerhaft in der GKV bleiben möchten
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die ein einfaches Beitragsmodell bevorzugen
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die langfristig einkommensabhängige Beiträge akzeptieren
Für viele Beamte ist jedoch eine individuelle Prüfung entscheidend, da Fehlentscheidungen langfristige Folgen haben können.
👉 Hier kannst du kostenlos prüfen lassen, welche Krankenversicherung für dich als Beamter sinnvoll ist.
Häufige Fragen zur pauschalen Beihilfe für Beamte
Ist die pauschale Beihilfe verpflichtend?
Nein, die pauschale Beihilfe ist freiwillig. Beamte können weiterhin die klassische Beihilfe nutzen, sofern sie diese nicht ausdrücklich abwählen.
Kann man von der pauschalen Beihilfe zurück zur klassischen Beihilfe wechseln?
In den meisten Fällen ist ein Wechsel zurück nicht möglich. Die Entscheidung gilt in der Regel dauerhaft und sollte daher sehr sorgfältig getroffen werden.
Ist mit pauschaler Beihilfe nur die GKV möglich?
Nein. Beamte können auch eine private Krankenversicherung wählen, müssen dann jedoch einen Vollkostentarif abschließen, da kein Beihilfeanspruch mehr besteht.
Ist die pauschale Beihilfe günstiger als die klassische Beihilfe?
Das hängt von Einkommen, Alter, Gesundheitszustand und Tarifwahl ab. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich, weshalb eine individuelle Prüfung sinnvoll ist.
Ob die pauschale Beihilfe im Einzelfall günstiger ist, lässt sich nur individuell klären. Deshalb ist es sinnvoll, die eigene Situation kostenlos prüfen lassen.
Fachlich verantwortlich
Marcel Turek
Versicherungs- und Finanzanlagenfachmann
Seit 2000 im Bereich der Beamtenversicherung tätig
Zur Autorenseite von Marcel Turek
Beratung durch das Team von Beamtenversorger (Berlin) – bundesweit tätig.
